Künstler

Omar Sharif

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Foto: Nicolas Genin

Sharif studierte in Kairo  Mathematik und Physik und arbeitete abends und nach der Universität zunächst in der väterlichen Holzhandlung im Stadtteil Al Manasra. Sharif galt unter den Jugendlichen in der Umgebung des väterlichen Geschäftes als strebsamer und vor allem pflichtbewusster eleganter junger Mann mit einem besonderen Interesse für die feinen Künste und die westliche Literatur. 1953 startete er seine Schauspielkarriere unter dem Namen Omar el Cherif mit einer Rolle in dem ägyptischen Film Siraa Fil-Wadi (dt. Tödliche Rache). Über den heutigen Verbleib des Familienbetriebes ist nichts bekannt.

Es folgten zahlreiche weitere ägyptische Produktionen. Sein erster englischsprachiger Film war 1962 Lawrence von Arabien von David Lean. In diesem Monumentalfilm spielte er an der Seite von Peter O'Toole, Alec Guinness und Anthony Quinn. Sharif spielte die Rolle des Sherif Ali, die ihm den Golden Globe Award als Bester Nachwuchsdarsteller und eine Oscar-Nominierung einbrachte und ihn nicht nur in Hollywood sondern auch weltweit bekannt machte. Die Zusammenarbeit mit David Lean blieb bestehen und sein internationaler Ruhm wurde durch die Titelrolle in dem Film Doktor Schiwago besiegelt. Er äußert sich heutzutage kritisch darüber, dass außer seiner Rolle in Doktor Schiwago nicht viel beim Publikum von seinen zahlreichen Auftritten in Kinofilmen im Gedächtnis haften geblieben ist: „Ich bin für alle Welt nur Dr. Schiwago!“ Omar Sharif spielte trotz seines orientalischen Aussehens auch einen deutschen Wehrmachtsoffizier in dem Film Die Nacht der Generäle, ein weiterer Film an der Seite von Peter O'Toole. Dies bestätigt heute die Gefragtheit von Sharif zu jener Zeit, wo er von Produzenten als Garant für den Filmerfolg gesehen wurde.

Nach Jahren der Nebenrollen und schließlich des sanften beruflichen Rückzuges aus Hollywood machte Sharif mehr als professioneller Bridge-Spieler denn als Schauspieler Schlagzeilen und feierte erst mit der Hauptrolle in der Verfilmung von Éric-Emmanuel Schmitts Roman Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran ein hochgelobtes aber spätes Comeback. In Ägypten war er durchweg im Filmgeschäft tätig geblieben.
Foto: nicolas genin / Creative Commons

Omar Sharif im Logentheater